Über die Sanierung von Burg Grünsberg


Burg Grünsberg steht nun schon seit mindestens 800 Jahren. Die älteste urkundliche Erwähnung von 1231 beinhaltet nämlich bereits eine große Reparatur, was bedeutet, dass sie natürlich schon weit eher erbaut worden war. In den Kriegen 1504 und 1557 wurde zumindest der Palas bis auf die Fundamente abgebrannt und danach 1561 in der heutigen Form wieder errichtet.
In den letzten Kriegstagen des zweiten Weltkrieges war Burg Grünsberg Niemandsland und bekam etliche Treffer ab, die notdürftig behoben wurden. Auch haben Generationen von Besitzern an der Burg "herumgebaut", zum Teil ohne Kenntnis des Wissens der Erbauer. Vieles haben sie gut und richtig gemacht, manches aber auch verschlechtert.

So wurde eine Generalsanierung des gesamten Anlage dringend notwendig und endlich 1993 beschlossen. Da Grünsberg ein Denkmal von europäischem Wert ist und das UN-Kulturgutzeichen trägt, unterliegt es der höchsten vorstellbaren Stufe von Denkmalschutz überhaupt. Das bedeutet, dass schon zu den Zeiten, als die Burg noch Privatbesitz war, eigentlich für jeden Nagel, den man einschlagen will, eine Erlaubnis geholt werden musste. Da sie nun einer öffentlichen Stiftung gehört, sind wir noch strenger gehalten, ausschließlich Dinge zu tun, die dem Erhalt der Anlage dienen. Privatinteressen haben zurückzustehen.

Noch zu Lebzeiten des letzten Besitzers, Prof. Dr. Wolfgang Freiherr Stromer von Reichenbach, wurde die Generalsanierung der gesamten Anlage begonnen. Hierbei ging es vor allem um die statische Sicherung des besonders bedeutenden musealen Komplexes des Palas, des Hauptgebäudes. Durch die wiederholten Kriegsschäden und Umbauten war er massiv einsturzgefährdet.
Auch das 1969 neu gedeckte Dach stand wegen eines Fehlbrands der Ziegel zur erneuten Deckung an. Die barocke Zehntscheune am Dorfplatz auf der anderen Straßenseite musste ebnfalls dringend saniert werden. Am Verwaltershaus waren durch Hangrutschung Gebäudeecken abgerissen, die wieder befestigt werden mussten. Dieser Sanierungsschritt hat ca. 750.000 Euro gekostet, von denen 69% die öffentliche Hand übernommen hatte, immer im Hinblick darauf, dass Grünsberg zu einer öffentlichen Stiftung gemacht werde und noch ein weiterer Bauabschnitt der Generalsanierung folgen würde.
Während der Wartezeit, in der die Finanzierung geklärt und genau untersucht wurde, was denn alles zu machen sei, wurden schon unvermeitbare Notmaßnahmen vorgenommen und von der Stiftung vorfinanziert, wie zum Beispiel die Sanierung der einsturzgefährdeten höchsten Mauer im Himmelgarten.

Die Kostenschätzung für den jetzigen, letzten Baubaschnitt der Generalsanierung betrug 2,5 Millionen Euro alleine dafür, dass die Burg stehen bleiben könne und keinerlei Luxus. Nicht einmal für Schönheitsreparaturen, wie Erneuern der Farben des Stucks und überstreichen der Risse im Stuck waren Gelder vorgesehen. Da die Große Städtebauförderung, die Gelder zugesagt hatte, ersatzlos entfiel, musste ein Teil der Sanierungskosten wieder gestrichen werden. Damit entfielen der ursprünglich vorgesehene zweite Rettungsweg und eine richtige öffentliche Toilettenanlage, da das Modernisierungen und nicht Denkmalsanierungen gewesen wären.
Nach dieser "Streichorgie" wird die Sanierung noch ca. 2,1 Mio Euro kosten, wovon die öffentliche Hand (Entschädigungsfond des Landesamts für Denkmalpflege, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, bayerische Landesstiftung, Landkreis Nürnberger Land und die Stadt Altdorf) ca. 1 Million Euro übernehmen und die Stiftung die restlichen 1,1 Millionen zu tragen hat. Das geht nur dadurch, dass Altdorf das neue Baugebiet "Auf der Röth" jetzt schon erschließen lässt und die Stiftung die ihr dort gehörenden Baugrundstücke verkauft.

Rechnet man alle Bauabschnitte zusammen, so wird die Generalsanierung zum größeren Teil von der öffentlichen Hand finanziert.Inzwischen wurde, während noch gleichzeitig Untersuchungen laufen, bereits die Sanierung von Burgkapelle und Pächterhaus begonnen. Der nahezu völlig von Hornissen aufgefressene Glockenturm ist bereits fast vollständig fertig, die Glocke kann man wieder läuten, was seit 35 Jahren wegen der Gefahr des Einstürzens des Glockenturms nicht mehr möglich war.

Die geologischen Untersuchungen des Untergrunds haben ergeben, dass die Burg zwar auf einem Felssporn erbaut worden war, dass der aber im Laufe der Jahrhunderte zu einem reinen Sandhügel zerfallen ist. Es müssen also dringend Gebäudeecken unterfangen und der Hang in einer noch nicht endgültig festgelegten Weise am Rutschen gehindert werden. Auch müssen die Nebengebäude neu gedeckt werden und der Palas muss dringend eine Temperierung erhalten, da ansonsten das Inventar auf Dauer zerstört wird.

Die Generalsanierung ist hoffentlich im Jahre 2008 zu Ende und die Stiftung hat nur noch die "normale Pflege" und den "normalen Bauunterhalt" zu leisten. So ein Kraftakt ist nur alle 200 Jahre möglich. Es ist zu hoffen, dass die Generalsanierung dazu führt, dass sich noch viele Generationen an diesem Kleinod im Nürnberger Land werden erfreuen können.


Bilder der Sanierung des Glockenturms